Wie können wir die Antwort des Propheten auf die Frage des Gefährten verstehen, der fragte: „Soll ich mich nicht kastrieren lassen?“

Fragedetails


– Wie ist die Antwort des Propheten (s.a.w.) auf die Frage eines Gefährten: „Soll ich mich kastrieren lassen?“, nämlich „Die Feder ist bereits trocken. In diesem Fall kannst du dich kastrieren lassen oder es lassen.“, zu erklären?

Antwort

Lieber Bruder, / Liebe Schwester,

Das entsprechende Hadith lautet wie folgt:

„Abu Huraira (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet:“


„O Gesandter Gottes, ich bin ein junger Mann, ich fürchte die Sünde und habe nicht die finanziellen Mittel, um zu heiraten. Soll ich mich kastrieren lassen?“

sagte ich. Er antwortete mir nicht. Nach einer Weile wiederholte ich dasselbe. Wieder keine Antwort. Dann:



„O Abu Huraira! Die Feder ist bereits über das geschrieben, was dir widerfahren wird. Ob du nun kastriert wirst oder nicht, das liegt nicht mehr in deiner Hand.“


befahl er.“

(Buchari, Nikah 8; Nasai, Nikah 4, 6/59)

– Im Hadith als Übersetzung enthalten

„In diesem Fall, entweder kastrieren oder lassen.“

Der Ausdruck ist keine Rechtfertigung für die Kastration. Vielmehr ist er eine Warnung, die wie folgt zu verstehen ist:


„O Abu Huraira!

Was dir im Leben begegnen wird, ist bereits geschrieben und besiegelt. Wenn es dein Schicksal ist zu heiraten, wirst du heiraten, wenn nicht, dann nicht. Ebenso, wenn es dein Schicksal ist, etwas Böses zu tun, wirst du es tun, wenn nicht, dann nicht. Was dir begegnen wird, ist bereits besiegelt. In diesem Fall, ob du dich kastrieren lässt oder nicht, das Schicksal wird sich erfüllen.



„Sprich: Die Wahrheit kommt von eurem Herrn. Wer will, der glaube, und wer will, der verleugne sie.“



(Die Höhle, 18/29)

Wie der Vers besagt, ist auch die Aussage in diesem Hadith eine Warnung. So wie der Vers den Unglauben nicht erlaubt, so erlaubt der Hadith auch nicht die Kastration. Tatsächlich bat Osman b. Mezun den Propheten (Friede sei mit ihm) um die Erlaubnis zur Kastration, doch der Prophet erlaubte es ihm nicht.

(siehe Ibn Hadschar, Kommentar zum entsprechenden Hadith).


Man kann das auch so verstehen:

Wenn jemand aus freiem Willen den falschen Weg einschlägt, dann weiß Gott das; es ist unmöglich, dass er es nicht weiß. Das ist gleichzeitig auch ein Schicksal…

Denn das Schicksal ist eine Art des Wissens Gottes.

Das ist ein separates Thema. Wir haben diesen Punkt hier nur kurz zusammengefasst, um einer hier aufkommenden Besorgnis entgegenzuwirken.


Für weitere Informationen klicken Sie hier:


– Wie lässt sich der allumfassende Wille Gottes mit dem individuellen Willen des Menschen vereinbaren?


Mit Grüßen und Gebeten…

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